Auf den Spuren der Antiken Schifffahrt
Auf den Spuren unserer Vorfahren bewegte sich am 23.11.2002 die WYC Jugend im Museum für Antike Schifffahrt in Mainz. Der Direktor des Museums, Herr Ronald Bockius, kam eigens an diesem Vormittag nach Mainz, um uns durch die Räume zu führen. 
So erfuhren wir, dass in den Jahren 1981/82 aufgrund von Ausschachtarbeiten in Mainz fünf römische Kriegsschiffe, alle aus dem 4. Jahrhundert entdeckt wurden. Sie lagen 7,5 m unter dem heutigen Straßenniveau. Zur römischer Zeit vermutet man, war an dieser Stelle das damalige Rheinufer, offenbar ein Hafenbereich. Aufgrund ihrer charakteristischen Formen handelt es sich hierbei um Kriegsschiffe, die von der römischen Rheinarmee aufgeben wurden, als zu Silvester 406 n. Chr. Germanenstämme bei Mainz den Rhein überquerten und die Grenzverteidigung der Römer zusammenbrach. 
Die Wracks wurden für die wissenschaftliche Bearbeitung zunächst vollständig zerlegt. Mit der Einrichtung des Forschungsbereichs „Antike Schifffahrt“ begann die Konservierung des Holzes. Zur Entfernung der im Laufe der Jahrhunderte ins Holz eingedrungenen Bodensalze wurden alle Bruchstücke zunächst mit destilliertem Wasser behandelt. Anschließend erfolgte die Tränkung mit Kunstharz, um die zum größten Teil abgebauten Zellwände zu stabilisieren. Nach der Tränkung wurde das Holz in einer Mikrowellenanlage getrocknet. Schließlich fügte man die zerlegten Einzelteile wieder so aneinander, wie es die Befundzeichnung zeigte. 
Im Museum ist auch ein Nachbau der Schiffe zu sehen. Hier handelt es sich um ein 21,6 m langes, in der Mitte 2,79 m breites Ruderschiff das von 32 Rudern angetrieben wurde. Der Platz des Steuermanns war am Heck hinter dem Ruderbalken. Er steuerte das Schiff mit Hilfe von zwei außen gelagerten Steuerrudern. Originalgetreu wurden Eichenholz und handgeschmiedete Eisennägel verarbeitet. 
Nach all dem Fachwissen von Planken, Spanten, Dollbaum, Dollbord, Vorder- und Achtersteven verabschiedete sich die Jugend und dankte Herrn Bockius. Ein Zwischenstopp bei Mc Donald ließ die inzwischen rauchenden Köpfen wieder entspannen. 


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Im Club angekommen folgte zum Ausgleich der geistigen Anspannung körperliche Arbeit, denn jetzt musste unser Segelschiff „Anita“ zum Saisonende mit der Winde aus dem Wasser gezogen, geschrubbt und winterfest gemacht werden. 

Text: Gerti Jansen Jugendwartin
Foto: Stefan Gilles
Layout: Dieter Schlüter

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